Viele halten mich für einen Vintage-Experten und Gitarrensammler. Beides stimmt nicht, ein Vintage-Experte war ich nie (aber ich kenne einige!!) und Gitarren sammle ich auch nicht. Und von Vintage-Instrumenten habe ich mich schon längst getrennt. Wenn ich etwas sammle, dann Saiteninstrumente für unterschiedliche Klangfarben. Was aber allgegenwärtig ist: meine Leidenschaft für dieses ganz besondere Instrument, die E-Gitarre.
Und ja, dabei sind über die Jahre natürlich auch einige Instrumente bei mir hängen geblieben. Nicht alle sind mir gleich wichtig – und seit ich gelernt habe, dass es sich besser anfühlt, auf weniger Instrumenten zu spielen und diese dafür umso intensiver kennenzulernen, wird mein Bestand stetig ausgedünnt.
Im Folgenden stelle ich nun die Instrumente vor, die mir wichtig sind. Weil sie entweder für mich oder von mir gebaut wurden, oder weil sie mir eine ganz besondere Klangfarbe bieten. Die Reihenfolge ist weder zufällig noch dem Beliebtheitsgrad geschuldet, sondern schlicht alphabetisch. Bei Fragen zu den Instrumenten kann man mich gerne über das Kontaktformular anschreiben.
CAMEO DIY JAZZ BASS
Baujahr 1988
Über einige Umwege kam dieser ungewöhnliche Bass zu mir. Er besteht aus einem nitro-lackierten Replacement-Body aus Swamp Ash und einem Kramer-Hals, den ein Vorbesitzer sehr schmal geschliffen hat. Und wie geschaffen für meine Gitarristen-Hände. Mit Fender Pickups und einem Bartolini TCT-Preamp.
CONCERTONE TENOR BANJO
Baujahr: 1930er Jahre
Ich habe dieses Banjo von meinem Freund Scott Freilich (r.i.p.) in Washington/DC gekauft, der den legendären Laden Top Shelf führte. Klingt wunderbar, ist aber schon zweimal beim Transport beschädigt worden...
CONTINENTAL D0N
Baujahr: 1995
Tolle roundneck Resonator-Gitarre - ein Geschenk eines guten Freundes.
CORT PAG-1
Baujahr: 1980er Jahre
Der Schweizer Gitarrenbauer Claudio Pagelli hatte in den 1980er Jahren einen Lizenzdeal mit dem koreanischen Hersteller Cort. Daraus entstanden zwei von Pagelli designte Modelle. Das Projekt wurde nicht weiterverfolgt, nachdem der zuständige Projektmanager bei Cort das Unternehmen verlassen hatte. Auf dem Gebrauchtmarkt konnte ich irgendwann später eine PAG-1 erstehen und habe sie in die Schweiz geschickt – mit der Bitte, sie so umzubauen und zu gestalten, wie es Claudia und Claudio Pagelli gerade einfiel. Nach einer gewissen Zeit kam dann diese hier abgebildete Gitarre bei mir an: ein Meisterwerk, mit einer Hingabe bearbeitet, die mich noch immer berührt, wenn ich mir das Instrument ansehe. Diese Gitarre ist für mich nicht einfach nur ein weiteres, schönes Instrument, sondern ein Siegel der Freundschaft zwischen mir und den Pagellis.
DUESENBERG CC HOLLOWBODY
Baujahr: 2012
Dieses Modell des deutschen Herstellers Duesenberg, für den ich von 2017 bis 2021 gearbeitet hatte, ist ein Prototyp und nie in Serie gegangen. Statt der hier gezeigten SingleTwin Pickups sind dort mittlerweile Duesenberg Domino P90s eingebaut.
DUESENBERG DOUBLE CAT 12
Baujahr: 2005
Schon älter als 20 Jahre, dieses gute Stück! Für mich die beste 12-string E-Gitarre auf dem Markt. Sie klingt, wie sie muss, und sie hat im Gegensatz zu Rickenbacker 12-Strings eine größere Griffbrettbreite.
Ich habe sie anfangs modifiziert, um sie Rickenbacker-ähnlicher zu gestalten, u. a. mit einer Umkehrung der Saitenanordnung (Grundton-Saite über der Oktav-Saite), einem Trapeze-Tailpiece und Duesenberg Little Toaster Pickups. Heute würde ich solche Mods nicht mehr machen wollen, denn sie ist schon ab Werk einfach richtig gut. Obwohl - diese Little Toaster Pickups klingen schon kalifornischer (brillanter, perliger) als die serienmäßige Bestückung mit Domino P90 & Grand Vintage Humbucker.
DUESENBERG STARPLAYER III
Baujahr: 2023
In jeden Haushalt gehört wenigstens eine Starplayer, längst ein ikonischer Neo-Klassiker! Die Starplayer III hat im Gegensatz zur bekannteren Starplayer TV eine flache Decke und Rücken. Diese Farbe nennt sich Champagne Sparkle.
DUESENBERG STARPLAYER TV CUSTOM CUSTOM
Baujahr: 2019
Ich hatte als Mitarbeiter von Duesenberg die Möglichkeit, diese Gitarre aufgrund eines leichten Transportschadens im Rohzustand - also ohne Pickups und Hardware - zu erwerben und sie dann zusammen mit einem Mitarbeiter nach meinen Ideen zu gestalten.
Das Interessante sind die Pickups und die Schaltung - drei SingleTwin (brummfreie P90s), die über zwei Dreiwegschalter verwaltet werden. Der obere Schalter ist für die drei oberen Spulen der Pickups zuständig, der untere für die drei unteren Spulen - denn jeder SingleTwin hat zwei Spulen, um eben Brummen zu eliminieren. Dank dieser Schaltung können alle sechs Spulen beliebig miteinander kombiniert werden.
DUESENBERG JULIA
Baujahr: ca. 2015
Das Modell Julia wurde in der Zeit, in der ich bei Duesenberg gearbeitet habe, ins Programm des Herstellers genommen. Das Design erinnert an alte, italienische Gitarren, und die Technik und Spielbarkeit ist, wie bei Duesenberg üblich, überragend. Das Besondere an dieser Julia ist ihre Farbe - denn Vintage White wurde nie ins Programm aufgenommen. Diese Gitarre ist ein Prototyp, und sie ist mir gerade wegen dieser Farbe im Gedächtnis geblieben. Tja, und dann stand sie eines Tages im Juli 2026 vor der Tür und bat um Einlass ...
FENDER & MJT TELECASTER
Baujahr: 2010
Der großartige, unlackierte Hals mit seinem soft-V-Profil stammt von einer Fender Tele aus der ersten Roadworn-Serie, der Korpus ist von dem amerikanischen Parts-Hersteller MJT, nitro-lackiert und mit einer Strat-artigen Kontur für den rechten Unterarm - sehr bequem. Von David Barfuss sind die Pickups - ein Set Fat Bad Twang. Diese Gitarre hat alles, was eine Erle/Palisander-Ahorn-Tele haben muss.
FENDER CLASSIC PLAYER/VINTERA STRATOCASTER
Auch ein Bastard - hier trifft ein älterer Classic-Player-Hals auf einen neueren Vintera-Body, und beide harmonieren prächtig miteinander. Diese Firemist Gold genannte Nitro-Lackierung hat mich
dazu inspiriert, diese Strat genauso umbauen zu lassen, wie Robbie Robertson dass u.a. auch mit seiner Bronze-Strat getan hat, der er bei THE LAST WALTZ gespielt hatte. Ich bin ein sehr großer
Fan von Robertsons Musik, und das wollte ich mit diesem Umbau auch ausdrücken. Den hat mir übrigens Jochen Imhof von Sign Guitars in Aachen gemacht.
Abgesehen davon, reichen mir bei einer Strat zwei Pickups, die gerne etwas unterschiedlich auch sehr unterschiedlich sein dürfen. Bei dieser Strat ließ ich den mittleren Pickup eine
Tonerider-Blues-Sets direkt an den Steg-Pickup setzen und seriell verdrahten. Sie funktionieren und klingen also wie ein Humbucker.
FENDER PRECISION/BOOGIE BODIES BASS
Baujahr: 1966/1976
Ein großartig klingender Bass, ganz im Stil der alten Preci-Bässe. Für alle die, denen "Boogie Bodies" nichts sagt: Das war eine Firma, die in den 1970er Jahren in Los Angeles hochwertige Parts für Fender-Style-Instrumente baute und u.a. für Schecter und Kramer auch die Parts lieferte. Die Firma wurde von Wayne Charvel gegründet, und aus ging u.a. die Firma Warmoth hervor.
FRAMUS WAIKIKI
Baujahr: 1972
Eine Lapsteel darf in keinem Gitarrenhaushalt fehlen. Hier eine alte Framus Waikiki, die schön klingt und für meine Zwecke absolut ausreichend ist. Bin auf dem Gebiet kein Facharbeiter.
GIBSON MELODY MAKER FLYING V
Baujahr: 2012
Sie war Teil der vierteiligen Melody-Maker-Serie mit Flying V, Explorer, SG und Les Paul. Alle Modelle hatten einen dünneren Melody-Maker-Korpus, einen eingeleimten Mahagonihals und lediglich einen Humbucker (491T) sowie einen einzelnen Volume-Regler – bewusst schlicht und preisgünstig gehalten. Außerdem war die Flying V deutlich kleiner als eine ausgewachsene Flying V. Ich bekam sie günstig, habe dann andere Pickups eingebaut und sie von einer Freundin, Johanna Möller, in diesem speziellen Design bemalen lassen. Damals diskutierte man noch nicht über kulturelle Aneignung ...
Von meinen ganzen Gibson-Instrumenten - Les Pauls, 345, 335, Victory, SG Bass, J-45 u.m. - ist diese billige, kleine Flying V als letzte mit dem traditionsträchtigen Namen auf dem Kopf übrig geblieben, um zu bleiben. Ich bin kein Gibson-Typ, nur eine Les Paul Jr. oder Special als Double-Cutaway-Version würde mich noch reizen.
GILG TAMBURA BRAĆ
Baujahr: ca. 1995
Was für ein spezielles Instrument! In den 1990er Jahren spazierte ich über die Frankfurter Musikmesse und kam an einem Stand vorbei, an dessen Rückwand – kaum beleuchtet – nur zwei Instrumente hingen. Der Stand war von der Firma Gilg aus dem damaligen Jugoslawien, und die Instrumente entstammten der Tambura-Brać-Familie, die von mandolinenartigen bis hin zu kontrabassähnlichen Instrumenten reicht.
Ich spielte beide Instrumente an und war erstaunt über ihren lauten, strahlenden Klang – sehr ungewöhnlich, aber auch ausgesprochen faszinierend. Besonders gefiel mir das etwas größere Instrument. Als ich fragte, ob ich es kaufen könnte, sagte man mir, dass es gerade verkauft worden sei – und zwar an Brian Eno! Wow – da hatte also jemand mit einem richtig großen Namen einen ähnlichen Geschmack wie ich.
Ich kaufte schließlich das etwas kleinere Instrument. Es liegt größenmäßig etwa zwischen Mandoline und Gitarre und ist mit fünf Saiten bespannt, wobei die beiden höchsten Saiten gleich gestimmt sind.
HARMONY H35 BATWING MANDOLINE
Baujahr: 1967
Was für ein schönes Instrument, oder? Diese Mandoline vom amerikanischen Massenhersteller Harmony hat von Kopf bis Fuß Fledermausflügel verpasst bekommen - ein Fest für alle Batman-Fans. Sie klingt gut, besonders auch verstärkt - dank des alten Goldfoil-Pickups.
MARTIN D18VS
Baujahr: 1995
Würde das Haus brennen, wäre diese Gitarre die erste, die ich retten würde. Sie ist mein Ein und Alles, ich kann mir keine bessere Akustikgitarre für mich vorstellen.
Der Pickup ist ein Fishman Rare Earth - Magnet-Schalloch-Pickup und internes Mikrofon.
NIK HUBER KRAUTSTER II YOUNG BLACK
Baujahr: 2014
Eine Sonderanfertigung für mich, ganz im Stil von Neil Youngs Gibson Les Paul Old Black - also mit P90 am Hals und Firebird-Pickup am Steg (beide vom australischen Hersteller D'Urbano), Bigsby etc.. Tolle Gitarre mit großartigem Halsprofil.
Mittlerweile habe ich sie durch eine St. Helens Brücke und ein Göldo G5 Vibratosystem klanglich aufgewertet.
OFF SHARK
Baujahr: 2005
Meine bisher einzige, von Grund auf selbst gebaute Gitarre - aus dem rohen Holz gearbeitet - und zwar in der Gitarrenbauschule Formentera. Es gibt eine lange und umfangreiche Geschichte zu dieser Gitarre, zu lange für diese Seite - aber nachzulesen in dem Buch "EveryGuitarTellsAStory" von Manfred Pollert und mir.

PRS MCCARTY 22 CUSTOM
Baujahr: 2005
Ein Einzelstück, gebaut vom PRS-Private-Stock-Team unter Leitung von Joe Knaggs. Diese Gitarre ist wie ein Sportwagen mit vielen PS ... ich kann sie nicht immer spielen, aber wenn ich sie spiele, ist sie immer großartig.
Der Birds-Aufkleber hinter dem Vibratosystem ist nicht original ...
GERMAN PARLOR GUITAR
Baujahr: 199?
Diese Gitarre wurde von einem Gitarrenbauer, der vorher vermutlich bei Höfner gearbeitet hat, in seinem Ruhestand gebaut. Die Legende besagt, dass der Hals aus dem Jahr 1946 stammt und aus dem Fundus eines fränkischen Gitarrenbau-Meisters stammen soll. Deshalb findet man hier auch keinen Truss Rod. Ansonsten sind nur beste, massive Hölzer verbaut - Bearclaw-Fichtendecke, Boden und Zare aus geflammtem Ahorn, mit Knochensattel und - steg und in sehr dünnem Schelllack versiegelt.
Klanglich liegt sie irgendwo zwischen einer Parlor und einer klassischen Gitarre, und auch ihr Palisander-Griffbrett war komplett flach wie das einer Klassikgitarre. Da habe ich mir aber einen Radius einarbeiten lassen, und so spielt sie sich einfach sehr gut.
Ein K&K-Pickupsystem sorgt für einen guten, verstärkten Sound.
SANDBERG CALIFORNIA VS
Baujahr: 2022
Dieser Bass ist eine Custom Order, denn er hat eine Medium Scale und ist dadurch viel einfach zu spielen.
SQUIER CLASSIC VIBE TELECASTER CUSTOM BARITONE
Baujahr: 2021
Gute Bariton-Gitarre aus dem unteren Preisregal, die alle Anforderungen an eine Gitarre erfüllt, die man fünfmal im Jahr einsetzt - und dann aber auch keine Alternative dazu haben will.
TWANGTONE BROADCASTER
Baujahr: 2024
Twangtone ist meine Marke, und diese Gitarre ist eine Hommage an die erste Gitarre dieser Art, die Fender Broadcaster, die ja dann in Telecaster umbenannt werden musste. Ich habe mir erlaubt, nicht nur die bautechnischen Details abzuschauen, sondern auch das Fender-Logo - aber das darf ich, da ich die Gitarre ja nicht zum Verkauf anbiete, sondern für meine privaten Zwecke gebaut habe. Aus guten Parts, versteht sich. Ist eine tolle Gitarre, ich vermisse nichts an ihr.
TWANGTONE JAZZMASTER
Baujahr: 2023
Sehr schöne JM - irgendwie gefielen mir die handelsüblichen Versionen, die ich in der Hand hatte, nie so richtig gut. Immer war was, was nicht passte. Also einen one-piece Body aus Pine aus Russland für kleines Geld gekauft und dem Rest einem Gitarrenbauer überlassen. Er ließ einen Hals in Frankreich anfertigen, lackierte und den Body in Nitro mit anschließendem Aging - und ließ dann zwei Jahre nichts von sich hören. Irgendwann bekam ich die unfertige Gitarre dann doch wieder, ließ sie von einem anderen Gitarrenbauer komplettieren - und seitdem ist sie meine Jazzmaster, liegt gut in der Hand, klingt schön seidig und ist auch auf meinem Album '1990' ziemlich häufig zu hören.
Natürlich hat auch sie das Fender-Logo, aber auf der Rückseite findet sich ein Twangtone-Logo.
Twangtone Garbag
Baujahr: 2024
Eine interessante Gitarre! Eigentlich ein Zusammenbau mit dem Zweck, Resteverwertung zu betreiben. Also herumliegende Parts zusammengesucht und zusammengebaut - und dann entpuppte sich diese Gitarre als richtig gute, ungewöhnliche Strat. Sie besteht aus folgenden Teilen:
Und dann kam der Tag, an dem der Falckenstein Custom Booster eingebaut wurde und alles veränderte - ein doppelter Booster mit Mitten- und Volume-Boost. Nicht nur die Flexibilität, sondern die Intensität, der höhere Output und der dank regelbarem Mitten-Booster auf Wunsch richtig fette Sound machen die Garbag zu einer wirklich speziellen Gitarre.
Man beachte das Buchsenblech - damals hatte ich kein Strat-Blech mehr, also nahm ich dieses. Nach Einbau des Boosters sitzt dort dann auch die Batterie...
